Techniker

Unterschiedliche Schweißverfahren haben ihre Vor- und Nachteile. Die Schweißtechniken werden in Elektrodenschweißen, Schutzgasschweißen, Autogenschweißen, MIG-Schweißen, MAG-Schweißen und WIG-Schweißen unterteilt. Wo genau die Unterschiede sowie deren Vor- und Nachteile liegen, schauen wir uns in diesem Ratgeber an.

Elektrodenschweißen

Auf den ersten Blick hat das Elektrodenschweißen die Nase durchaus vorn. So sind beispielsweise die Anschaffung und auch die laufenden Kosten deutlich geringer als bei anderen Schweißverfahren. Ein Elektrodenschweißgerät ist bereits ab zirka 450 Euro zu bekommen, während man für ein Schutzgasschweißgerät das doppelte hinlegen muss. Zudem ist man beim Elektrodenschweißen viel mobiler als beim Schutzgasschweißen, da keine schweren Gasflaschen transportiert werden müssen.

Schutzgasschweißen

Das Schutzgasschweißen ermöglicht eine deutliche höhere Arbeitsgeschwindigkeit. Während beim Elektrodenschweißen die abschmelzende Elektrode häufig gewechselt werden muss, kann man beim Schutzgasschweißen ohne ein Absetzen weiterarbeiten. Auch ist die Naht hinterher fix und fertig, während man diese beim Elektrodenschweißen meist noch nachbearbeitet werden muss. Das Erlernen dieser Schweißmethode ist in der Regel auch einfacher, da im Ergebnis eine saubere Naht zurückbleibt. Beim Elektrodenschweißen benötigt es hingegen etwas Erfahrung, bis man eine ordentliche Schweißnaht hinbekommt.

Autogenschweißen

Autogenschweißen ist recht beleibt, da es vielseitig anwendbar ist. Die Gase, Acetylen und Sauerstoff sind zwar nicht giftig, bergen aber trotzdem ein hohes Gefahrenpotential. In fast jeder Autowerkstatt setzt man auf das Autogenschweißen, da man das Gerät nicht nur zum Schweißen, sondern auch zum Vorwärmen und Ausrichten verwenden kann. Auch können die Autogenschweißgeräte mit Schweißflansch zum Brennschneiden, Flammstrahlen oder Flammspitzen eingesetzt werden. Da das Autogenschweißen unempfindlich gegen Luft ist, kann es auch ohne Probleme im Freien durchgeführt werden.

MIG- & MAG-Schweißen

Das Schweißen mit Schutzgasen MIG und MAG hat sich besonders in der Industrie durchgesetzt. Es gilt als sehr moderne und effiziente Schweißtechnik. Der Schweißvorgang ist sehr wirtschaftlich und hinterlässt gute Ergebnisse. Beim MAG-Schweißen kommt ein aktives Gas zum Einsatz, während beim MIG-Schweißen ein Metall-Inert-Gas verwendet wird, welches mit den Grund- und Zusatzwerkstoffen reagiert und in der Anwendung auch hohe Temperaturen zulässt.

WIG-Schweißen

Das WIG-Schweißen (Wolfram-inert-Schweißen) ist ein Schmelzschweißverfahren bei dem Schutzgas zum Einsatz kommt. Verarbeitet werden bei diesem Schweißverfahren hauptsächlich rostfreier Stahl, Aluminium und Nickel. Es ist besonders für filigrane Bauteile gut geeignet. Über die Wolfram-Elektrode wird der Strom zugeführt. Diese besitzt eine hohe Temperaturfähigkeit und würde erst bei zirka 3700 Grad Celsius schmelzen. Über einen entstehenden Lichtbogen werden Zusatzwerkstoffe wie Drähte oder Stäbe und der Grundwerkstoff miteinander verschmolzen. Als Gas wird häufig Argon und Helium oder ein Gemisch daraus verwendet. Das WIG-Schweißen wird in der Industrie, aber inzwischen auch im Hobbybereich verstärkt eingesetzt.

Bildnachweis:
Blue Planet Studio – stock.adobe.com